Die Ärzte haben Sie eigentlich schon aufgegeben. Sie sich selbst vielleicht ebenso. Der Krebs hat sich von den Nieren in den Bauchraum gefressen, wo er Metastasen bildete und zum Bauchfellkrebs heran wuchs. Die herkömmliche Chemotherapie hilft nicht mehr und ist wegen der Nebenwirkungen auch nicht unbegrenzt wiederholbar.

Das hier Beschriebene ist ein Fall für Professor Dr. med. Dirk Strumberg von der Hämatologie/Onkologie und das Chirurgenteam um Professor Marc Reymond des Marienhospitals Herne (Klinikum der Ruhr-Universität Bochum).

Druckchemo – was ist das?

Mit einem neuen Verfahren, welches gestern Abend in der Fernsehsendung „Visite“ (NDR) vorgestellt wurde, besteht die Möglichkeit, eben diese Metastasen im Bauchraum zu vernichten.

Der dafür geprägte Begriff lautet PIPAC (Pressurized IntraPeritoneal Aerosol Chemotherapie). Gemeint ist eine Druck-Chemotherapie, bei welcher das Medikament mit großem Druck in den Bauchraum geblasen wird. In ersten Versuchen funktionierte dieses Verfahren, der Bauchfellkrebs verschwand.

Druckchemo – die Vorteile

Einer der Vorteile dieser schonenden Chemo-Therapie ist, dass das Medikament besser in den Körper eindringen und sich dort verteilen kann. Ein anderer, dass lediglich 10 Prozent der normalerweise bei einer Chemotherapie verwendeten Dosis ausreichen, wodurch die sonst so enormen Nebenwirkungen minimiert werden können. Die Frage nach den Nebenwirkungen der Methode selbst lässt sich zurzeit noch nicht hinreichend beantworten, da sie nur in wenigen Fällen angewendet wurde und darüber hinaus noch so jung ist, dass es noch keine Langzeituntersuchungen gibt.

Eine jetzt angelaufene Studie mit 50 Patienten, an denen die Druckchemo-Methode angewendet wird, soll mehr Gewissheit bringen. Sollte diese bei der Mehrzahl der Patienten zum Erfolg führen, so ist das ein weiterer Hoffnungsschimmer im Kampf gegen die heimtückische Krankheit Krebs.

Mehr dazu im Interview mit Prof. Dirk Strumberg, Direktor der Onkologie/Hämatologie am Marienhospital Herne vom 14.02.13

und unter: „8 Patienten bereits mit Druckchemo in Herne behandelt“ vom 22.03.13

und: „Druckchemo: 28 Frauen behandelt – mit Ergebnissen zufrieden“ vom 23.05.13

und: „Lebenszeit von Krebspatientinnen durch Druckchemo-Therapie deutlich verlängert“ vom 28.11.2013

und:PIPAC – “Krebs unter Druck”: Erstes Symposium in Herne vom 11.09.14

sowie: „PIPAC – Magenkarzinom-Patienten mit Peritonealkarzinose für Studie in Herne gesucht“ vom 18.02.15

Druckchemo gegen Bauchfellkrebs einsetzenKerstin WeberDruckchemoBauchfellkrebs,Druckchemo,Krebs,PIPACDie Ärzte haben Sie eigentlich schon aufgegeben. Sie sich selbst vielleicht ebenso. Der Krebs hat sich von den Nieren in den Bauchraum gefressen, wo er Metastasen bildete und zum Bauchfellkrebs heran wuchs. Die herkömmliche Chemotherapie hilft nicht mehr und ist wegen der Nebenwirkungen auch nicht unbegrenzt wiederholbar. Das hier Beschriebene...