Stellen Sie sich vor, Sie schalten Ihren Verstand beim Lebensmittelkauf ab. So zumindest machen es die Vertreter der Instincto-Therapie. Sie lehnen außerdem bestimmte Nahrungsmittel grundsätzlich ab. Doch ist das nicht schon eine Entscheidung des Verstandes?

Es ist Einkaufstag. Lebensmittel für das Wochenende. Entgegen Ihrer sonstigen Gewohnheiten schreiben Sie dieses Mal keinen Einkaufszettel. Sie schauen auch nicht in den Kühlschrank, um zu sehen, was noch da ist und was nicht. Ja, Sie denken nicht einmal darüber nach, was Sie vielleicht kaufen wollen.

Sie gehen in Ihren Einkaufsmarkt – und auch hier gilt: Bloß nicht anfangen zu denken! Nicht Ihr Verstand soll entscheiden, was im Einkaufswagen landet. Nein – ausschließlich Ihr Instinkt darf Ihnen eingeben, was es am Wochenende zu essen gibt. Was soll das? So werden Sie sich jetzt fragen.

Der Instinkt weiß es besser

Es geht um Geschmacks-, Geruchs- und Gefühlswahrnehmungen, durch die der Instinkt uns „verrät“, ob wir dieses oder jenes Nahrungsmittel essen wollen oder nicht.

In Ihrem Supermarkt haben Sie dahingehend von vorn herein schlechte Karten, denn die meisten Lebensmittel können Sie aufgrund der Verpackungen nicht riechen, noch weniger schmecken. Wie soll sich hier ein Gefühl entwickeln?

Kann der Instinkt etwas verbieten?

Die Vertreter der Instincto-Therapie, die von dem Schweizer Guy-Claude Burger (*1934) entwickelt wurde, orientiert sich am natürlichen Nahrungsinstinkt, der sich jenseits der Lust auf bestimmte Nahrungsmittel offenbart. Gleichzeitig essen die so genannten Instinctos jedoch lediglich rohe Nahrungsmittel, wie Obst, Gemüse und Samen, bisweilen Eier Fisch und Fleisch. Getreide, Milch und Milchprodukte werden abgelehnt. Die Vertreter der Instincto-Therapie nehmen keine erhitzten Lebensmittel zu sich, auch wenn manche, wie z.B. Kartoffeln, erst dann genießbar werden.

Diese Therapie soll insbesondere gegen Bluthochdruck, Depressionen, Hauterkrankungen, Stress und Angst helfen.

Der Instinkt geht selten einkaufen

Kritiker der Therapie  verstehen nicht, was gegen Milch und Getreide einzuwenden ist. Ebenso wenig, was gegen erhitzte Lebensmittel spricht. Außerdem weisen sie darauf hin, dass es aufgrund der eingeschränkten Auswahl zu Mangelerscheinungen (Kalzium, Eisen, Vitamin B1) kommen kann.

Den größten Widerspruch sehen sie in der Tatsache, dass bestimmte Lebensmittel generell abgelehnt werden. Denn diese Entscheidung ist ganz bewusst mit dem Verstand getroffen worden, was ja eigentlich nicht sein soll.

Heute geht der Instinkt einkaufenKerstin WeberErnährungStellen Sie sich vor, Sie schalten Ihren Verstand beim Lebensmittelkauf ab. So zumindest machen es die Vertreter der Instincto-Therapie. Sie lehnen außerdem bestimmte Nahrungsmittel grundsätzlich ab. Doch ist das nicht schon eine Entscheidung des Verstandes? Es ist Einkaufstag. Lebensmittel für das Wochenende. Entgegen Ihrer sonstigen Gewohnheiten schreiben Sie dieses Mal...