viel fett essenUte ist 47 Jahre alt. Sie wog in ihren schlimmsten Zeiten 153 kg und litt unter ihrem Gewicht, seelisch und körperlich. Ute hatte Diabetes mellitus und Hypertonie. Sie nahm Tabletten und musste sich spritzen. Ute hat zwei erwachsene Kinder, die bereits aus dem Haus sind. Ihr Mann verließ sie vor ein paar Jahren.

Ute fühlte sich oft einsam, wenn sie nach der Arbeit allein zu Hause saß. Und da begann sie zu essen. Vor allem Schokolade und Kuchen. Nach jeder Fress-Orgie kam das schlechte Gewissen.

Und am nächsten Morgen, wenn sie in den Spiegel schaute, fühlte Ute sich wieder so extrem unattraktiv und unästhetisch, dass sie am liebsten nie wieder etwas gegessen hätte. Am Abend war das vergessen – oder besser gesagt: verdrängt – und sie schaufelte erneut Massen an kalorienreichen Essen in sich hinein. Ute wollte gar nicht wissen, wie viele Kalorien sie an manchen Tagen zu sich nahm, aber ihr Hausarzt schätzte: zwischen 12.000 und 15.000. Das ist ein Vielfaches von dem, was gut für sie gewesen wäre.

Magenverkleinerung: Übrig bleibt ein Schlauch

Was sollte sie tun? Fragte sie sich manchmal. Unzählige Diäten hatten nichts gebracht, hinterher war es nur noch schlimmer. Da erzählte Utes Hausarzt ihr von der Möglichkeit einer Magenverkleinerung per Operation. Bei dieser wird das Magenvolumen auf zirka 150 bis 200 Milliliter verkleinert, indem etwa 80 Prozent des Magens entfernt werden. Übrig bleibt eine Art Schlauch, weshalb dieser dann auch als Schlauchmagen bezeichnet wird. Hormonbildende Zellen, die für die Hunger-Entwicklung verantwortlich sind, werden auf diese Weise mit entfernt.

Utes Hausarzt erzählte, dass sie mit der Magenverkleinerung innerhalb der ersten beiden Jahre bis zu 70 Prozent ihres Übergewichts abbauen könne. Das wäre natürlich fantastisch, dachte Ute.

Die Sucht kann nicht heraus operiert werden

Aber! Damit ist es nicht allein getan. Menschen mit Magenverkleinerungen können nur noch minimale Mengen zu sich nehmen. Das musste Ute sich bewusst machen. Die Magenverkleinerung ist kein Allheilmittel. Der Hunger wird zwar reduziert, aber die Sucht kann nicht heraus operiert werden. Hier musste sie selbst etwas tun. In Gesprächen vor der Operation wurde ihr erläutert, was sie ändern muss und was passiert, wenn sie dies nicht tut. Ute musste sich zunächst klar machen, dass das Frust- und Einsamkeitsessen nach der OP nicht mehr stattfinden darf. Sie musste ihre Psyche vorab also soweit stärken, dass das Bedürfnis nach massenhaften Konsumieren von Fett- und Zuckerhaltigen Nahrungsmitteln nicht mehr besteht. Geeigent dafür sind Psychotherapie sowie der Besuch einer Selbsthilfegruppe. Zudem sollte Ute ihre Ernährung komplett umstellen auf eine gesunde, ausgewogene Kost mit Obst, Gemüse und Vollkornprodukten. Und natürlich: Bewegung. Nur wenn alle diese Komponenten zusammenkommen, macht eine Magenverkleinerung überhaupt Sinn. Und auch nur dann  sowie nach der Erfüllung weiterer Kriterien zahlt die Krankenkasse den Eingriff.

Ute hat es geschafft

Ute befolgte all die oben angeführten Regeln. Sie war tapfer und fest entschlossen, es zu schaffen. Jetzt – vier Monate nach der OP – hat sie bereits 27 kg abgenommen. Ute ist sehr glücklich darüber und will noch mehr schaffen. Ihr Ziel ist es, unter die 90-kg-Grenze zu kommen. Ute ist guten Mutes. In der Selbsthilfegruppe und beim Sport hat sie Gleichgesinnte kennen gelernt, mit denen sie jetzt einen großen Teil ihrer Freizeit verbringt. Die einsamen Abende gehören der Vergangenheit an. Ute ist stolz auf sich und inzwischen mental so stabil, dass sie ihrer Zukunft und ihrem Leben wieder positiv gegenüber steht.

Zur Vertiefung des Themas empfehle ich Ihnen mein Buch “Dem süßen Tod entronnen – Droge Zucker: Eine Frau kämpft ums Überleben – (Mit wissenschaftlichen Ergänzungen)”. Es ist u.a. bei Amazon als E-Book erhältlich.

Ute lässt sich den Magen verkleinernKerstin WeberErnährungAbnehmen,Diabetes mellitus,Ernährung,HypertonieUte ist 47 Jahre alt. Sie wog in ihren schlimmsten Zeiten 153 kg und litt unter ihrem Gewicht, seelisch und körperlich. Ute hatte Diabetes mellitus und Hypertonie. Sie nahm Tabletten und musste sich spritzen. Ute hat zwei erwachsene Kinder, die bereits aus dem Haus sind. Ihr Mann verließ sie...