Das ist weder der Witz der Woche, noch ein verfrühter Aprilscherz. McDonald’s und gesundes Essen – das sind zwei Dinge, die sich ausschließen. (Gegenargumente werden gern gehört.) Von dieser Tatsache scheint im gerade gegründeten „Bündnis für Verbraucherbildung“ jedoch niemand etwas zu bemerken (oder bemerken zu wollen). Dieses ist noch nicht einmal ansatzweise umgesetzt, schon ist es heftiger Kritik ausgesetzt (zu Recht). Um im Bild zu bleiben: Lassen Sie sich das auf der Zunge zergehen: McDonald’s und gesunde Ernährung. Man muss es tatsächlich immer wieder leise vor sich hin plappern, um es glauben zu können.

Ernährungsbildung in der Schule

Ernährung ist neben den Bereichen Finanzen und Medien das Thema, welches in unserem Bildungssystem verankert werden soll – so das Ziel des Bündnisses. (Das ist positiv zu bewerten.) An diesem Bündnis sind u.a. McDonald’s, Edeka, Rewe, Tchibo und Metro beteiligt. (Das ist nicht positiv zu bewerten.)

„Ernährungsbildung geht nicht mit der Lebensmittelindustrie“, sagt Anne Markwardt von der Verbraucherorganisation Foodwatch, „Werbung und Unternehmen haben in der Schule nichts zu suchen, Bildung muss unabhängig geschehen“. (Korrekt!)  Die Motive der Unternehmen liegen für sie klar auf der Hand: „Die können sich damit freikaufen und einer strengeren Regulierung entgehen“. (Wollen wir das zulassen?)

Eigenständigkeit und Eigenverantwortlichkeit

„Ernährungsbildung dient der Befähigung zu einer eigenständigen und eigenverantwortlichen Lebensführung in sozialer und kultureller Eingebundenheit und Verantwortung“, lautet eine Definition (siehe:  Hier!) Was aber wäre hier noch eigenständig und eigenverantwortlich? (Nichts vermutlich!)

Und wie soll man sich das überhaupt vorstellen. Ein von McDonald’s bezahlter und gesandter Berater steht in einer Unterrichtsstunde vor den Kindern. Was will er denn erzählen: Dass ein Burger gesund ist? Oder – wenn er bei der Wahrheit bleiben will – dass ein Burger ungesund ist. Dann widerspricht er aber der Firmenphilosophie seines Auftraggebers. (???)

Ein Ding der Unmöglichkeit also. Und mehr noch: In einer Zeit, in der es in Deutschland immer mehr fette Kinder gibt, die sich nicht bewegen, die sich mit Fastfood, Chips und Cola vollstopfen und die schon in frühen Jahren mit ihren Essgewohnheiten die Grundlage für Krankheiten wie Diabetes mellitus, Hypertonie, Arteriosklerose, Alzheimer und Herzinfarkt bilden, ist ein Bündnis mit solchen Beteiligten einfach nur absurd. (!!!)

McDonald‘s will über gesundes Essen aufklären!?!?Kerstin WeberErnährungErnährungDas ist weder der Witz der Woche, noch ein verfrühter Aprilscherz. McDonald’s und gesundes Essen – das sind zwei Dinge, die sich ausschließen. (Gegenargumente werden gern gehört.) Von dieser Tatsache scheint im gerade gegründeten „Bündnis für Verbraucherbildung“ jedoch niemand etwas zu bemerken (oder bemerken zu wollen). Dieses ist noch...