Wir konnten darauf warten: Nach dem fetten Essen kam der Griff in das kleine Döschen. Die niedlichen Silberperlen sollten bei der Verdauung helfen. Fast schon war es ein geflügeltes Wort: „Iss noch ein Stück Kuchen, kannst ja danach eine Silberperle nehmen!“ Gallenschmerz-Geplagte schworen eine Zeitlang auf die silbernen Wunderpillen, die immer und überall dabei waren. Meine Großmutter hatte sie. Und meine Tante. Und meine Mutter.

Dass diese Gallengeschichte vererbbar ist, wussten wir also schon durch die Beobachtung der über Jahre andauernden Pillenschluck-Vorgänge. Als mein Bruder später ebenfalls Gallenprobleme bekam und dann auch noch dessen Sohn, war alles klar. Einzig mich hatten sie in der Gallenblasen-gestörten Erbkette außen vor gelassen.

Nicht für immer allerdings. Denn nun habe ich ihn auch, diesen ungeliebten Gallengries. Wie bei vielen anderen Menschen wurde das eher zufällig entdeckt, denn Beschwerden habe ich nicht.

Jedoch Grund zur Beschwerde: Denn ich ernähre mich sowohl fettreduziert als auch zuckerarm und überhaupt ziemlich gesund. Warum also habe ich nun diese Stein-Vorläufer?

Mögliche Ursachen für Gallensteine

Nun – ich erfülle einige Voraussetzungen: weiblich, mittleres Alter, familiäre Belastung und die damit verbundene offensichtlich angeborene Neigung. Das wars dann aber auch schon, die anderen Ursachen treffen bei mir nicht zu: Übergewicht, Leberzirrhose, Diabetes mellitus, Morbus Crohn, hoher Cholesterinspiegel, wenig Bewegung, zu fette oder zu fettarme Ernährung, zu schnelles Abnehmen, Überfunktion der Schilddrüse, Verstopfung. Meistens sind es mehrere Gründe, die für die Entstehung von Gallensteinen verantwortlich gemacht werden.

Unsere Familie könnte an einem gestörten Fettstoffwechsel leiden oder aber eine Genveränderung ist die Ursache für dieses generationsübergreifende Mysterium. Dazu kommen dann diverse Speisen, die wir nicht so lässig verdauen können, wie andere. Zudem könnte die Zusammensetzung des Gallensaftes ungünstig sein und eine Grieß-Stein-Entstehung begünstigen.


Teil 2: Was der Gallenstein-Geplagte essen kann und was nicht sowie: Galle raus – ja oder nein?

Wie entstehen Gallensteine? oder: Großmutter hatte sie auch! TEIL 1Kerstin WeberVerdauungsorganeDiabetes mellitus,Gallensteine,Schilddrüse,ÜbergewichtWir konnten darauf warten: Nach dem fetten Essen kam der Griff in das kleine Döschen. Die niedlichen Silberperlen sollten bei der Verdauung helfen. Fast schon war es ein geflügeltes Wort: „Iss noch ein Stück Kuchen, kannst ja danach eine Silberperle nehmen!“ Gallenschmerz-Geplagte schworen eine Zeitlang auf die silbernen Wunderpillen,...