Paul lag auf der linken Seite. Den Mund weit offen, die Atmung durch die Nase war anstrengend. Der Arzt erinnerte ihn immer dann, wenn er vergaß, zu atmen. Und sagte mehrfach: „Sie machen das sehr gut!“

Seit gefühlten 10 Minuten lag Paul schon mit diesem Schlauch im Magen da. Natürlich dauerte die Magenspiegelung noch nicht so lange an. Dennoch freute sich Paul, als der Arzt den Schlauch endlich wieder zurückzog.

Doch plötzlich verharrte dieser und sagte zum Pfleger: „Hier ist etwas. Hol mal schnell einen von den Oberärzten!“ Paul erschrak: Was hat er denn jetzt gefunden. Der Magen ist in Ordnung und nun stimmt etwas mit der Speiseröhre nicht? Oh Mann – ich will auf keinen Fall hier bleiben müssen…

Ein Oberarzt kam angerannt und untersuchte die auffällige Stelle in Pauls Speiseröhre: „Ja, die ist ziemlich groß. Und geht rundherum.“

Barrett an untypischer Lokalisation

Paul wusste immer noch nicht wovon die Rede war, wurde aber kurz darauf beruhigt: „Sie haben Magenschleimhaut in der Speiseröhre. Das ist nicht ungewöhnlich. Ich finde das hier am Tag sechs bis sieben Mal. Aber bei Ihnen ist es ziemlich weit oben und auch recht groß, und es ist außerdem zirkulär ausgedehnt.“ – „Barrett an untypischer Lokalisation“, heißt das dann im Arztbericht.

Paul wusste nicht so recht, ob er beruhigt sein konnte. Der Arzt machte ihm Mut: „Kein Grund zur Sorge, das bekommen wir mit Tabletten wieder hin.“

Zu Hause setzte sich Paul gleich an seinen Computer und recherchierte: Barrett-Ösophagus. Barrett ist der Mensch, der diese Erkrankung entdeckte. Und Ösophagus heißt Speiseröhre.

Barrett-Ösophagus bei 15 cm ab ZR

Beim Barrett-Ösophagus hat sich die Schleimhaut verändert durch das permanente Zurückfließen des säuerlichen Mageninhaltes in die Speiseröhre.

Ich habe doch aber nie Sodbrennen, dachte Paul. Wie kann das denn sein? Außerdem sind die Beschwerden bei den meisten Menschen, die davon betroffen sind, im unteren Bereich der Speiseröhre. Bei Paul aber ist es viel weiter oben, nämlich laut Arztbericht bei 15 bis 20 cm ab ZR (Zahnreihe), also doch ziemlich weit oben. Bei Männern ist der Barrett-Ösophagus doppelt so häufig wie bei Frauen.

==> Lesen Sie auch unseren Artikel: Regelmäßiges Sodbrennen sollte behandelt werden!

Mögliche Ursachen für den Barrett-Ösophagus sind die Refluxkrankheit und/oder Vererbung.

Paul bekommt magensaftresistente Tabletten mit dem Wirkstoff Pantoprazol verschrieben, von denen er zunächst vier Wochen lang morgens eine vor dem Frühstück nehmen soll, danach jeden zweiten Tag usw. In einem Jahr wird seine Speiseröhre erneut untersucht und dann sollte wohl alles gut sein.

Na gut, denkt Paul, es gibt Schlimmeres…

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Magenschleimhaut in der Speiseröhre - was tun?Kerstin WeberVerdauungsorganeBarrett-Ösophagus,Endoskopie,Magenspiegelung,SpeiseröhrePaul lag auf der linken Seite. Den Mund weit offen, die Atmung durch die Nase war anstrengend. Der Arzt erinnerte ihn immer dann, wenn er vergaß, zu atmen. Und sagte mehrfach: „Sie machen das sehr gut!“ Seit gefühlten 10 Minuten lag Paul schon mit diesem Schlauch im Magen da. Natürlich...