In den Mitochondrien aller Zellen wird der Sauerstoff in Energie umgewandelt. Es gibt angeborene oder erworbene Funktionsstörungen der Mitochondrien, die über kurz oder lang zu Zell- und Organdefekten und zu diversen Erkrankungen führen.

In den allermeisten Fällen liegt bei Burnout-Patienten eine Schädigung der Mitochondrien vor. Diese Erkrankung nennt sich Mitochondriopathie. Die Krankheit kann vererbt sein, man kann sie aber auch erwerben. Heute geht die Medizin davon aus, dass eine Mitochondriopathie nicht komplett heilbar ist. Wurde der Körper einmal so stark geschädigt, muss man lernen, mit dieser Erkrankung umzugehen und sie in sein Leben zu integrieren.

Mitochondriopathie: Erworbene Schädigungen der Mitochondrien

Liegt keine genetische Veranlagung vor, werden die Mitochondrien hauptsächlich durch Stress geschädigt. Stress führt dazu, dass permanent freie Radikale gebildet werden. Ursachen für Stress sind sehr vielfältig. Das können Medikamente, Tabakrauch, Alkohol, Infektionserkrankungen und zuckerhaltige Nahrungsmittel sein. Sie alle begünstigen die Bildung von Stickstoffmonoxid, was wiederum die Mitochondrien schädigt. Die Stoffwechselprozesse in den Mitochondrien sind sehr komplex. Ihre intakte Funktion ist sehr wichtig, um vorhandene Zellschäden beheben zu können. Erst ihre Funktionsfähigkeit sorgt für genügend Lebensenergie und Gesundheit.

Nicht nur äußerliche Faktoren, auch die eigene Ernährung spielt eine wichtige Rolle bei der Entstehung der Mitochondriopathie. Organe mit hohem Energieverbrauch wie Muskeln und Gehirn sind von dieser Krankheit besonders betroffen. Mitochondrien besitzen eine eigene DNA, die nicht ummantelt und geschützt ist. Daher sind sie Giften und schädlichen Stoffen besonders stark ausgesetzt. Auch fehlen Reparatur-Enzyme, welche die Funktion wiederherstellen könnten.

Eine der häufigen Ursachen für eine erworbene Mitochondriopathie ist der so genannte nitrosative Stress. Dabei befinden sich vermehrt Stickstoffradikale im Blut.

Wer unter Burn out, Depressionen, chronischer Erschöpfung, chronischen Gelenkschmerzen, Kribbeln in den Extremitäten, Sehstörungen oder Schilddrüsenerkrankungen leidet, kann unter Umständen an einer Mitochondriopathie erkrankt sein. In jeder Körperzelle, egal ob Nervenzelle oder Muskelzelle, kann es zu Verlusten von gesunden Mitochondrien kommen. Die reduzierte Bereitstellung von Energie führt letztendlich zu einer chronischen Entzündungsbereitschaft in den Zellen und zum bekannten Syndrom „Burnout„.

Wer seinem Körper regelmäßig mehr zumutet, als er aushalten kann, sorgt für ein permanentes Ungleichgewicht, das schließlich starken Stress und daraus resultierende Krankheiten verursacht. Betroffene haben das Gefühl, ständig unter Strom zu stehen. Sie fahren bildlich gesprochen mit angezogener Handbremse permanent Vollgas.

Das führt zu chronischen Krankheiten, bei denen häufig mehrere Organe befallen sind. Patienten mit dieser Symptomatik sind in der Regel dauerhaft bei unterschiedlichen Ärzten in Behandlung, erleben aber statt Besserung immer mehr Erkrankungen mit chronischem Verlauf und werden nicht geheilt.

Teil 2: Risikofaktor Ungesunde Ernährung; Diagnose und Behandlung

Über den Autor: Dirk Mohs, Jahrgang 1967, erlitt im Jahr 2008 einen Burnout. Er veröffentlicht regelmäßig Hinweise zur Burnout-Prävention und -behandlung auf seinem Blog unter www.burn-out-erholung.com an.

Burnout: Mitochondriopathie als Ursache / Teil 1Dirk MohsBurn outBurn out,Ernährung,MitochondriopathieIn den Mitochondrien aller Zellen wird der Sauerstoff in Energie umgewandelt. Es gibt angeborene oder erworbene Funktionsstörungen der Mitochondrien, die über kurz oder lang zu Zell- und Organdefekten und zu diversen Erkrankungen führen. In den allermeisten Fällen liegt bei Burnout-Patienten eine Schädigung der Mitochondrien vor. Diese Erkrankung nennt sich...