Silke liegt wach im Bett. Sie kann nicht einschlafen. Wälzt sich hin und her. Wieder einmal. Dabei ist es schon nach Mitternacht und am Morgen muss sie fit sein, muss sie wieder funktionieren. Ohne genügend Schlaf wird das schwierig.

Silke grübelt. Wie fast jede Nacht. „Habe ich heute alles richtig gemacht? Habe ich die Formulare vollständig ausgefüllt? Unterschrieben? Warum war der Chef heute so komisch zu mir? Habe ich etwas Falsches gesagt? Ich kann mich nicht erinnern… Morgen wird ein harter Tag. Gleich als erstes muss ich den Brief an die Versicherung schreiben. Um 9 Uhr ist schon Sitzung. Am besten gehe ich eine halbe Stunde früher zur Arbeit, sonst schaffe ich das nicht…“

Wie lange Silke so weiter grübelt, wollen wir nicht wissen.

Silke ist kein Einzelfall. Viele Menschen liegen nachts wach und grübeln über das, was vor oder hinter ihnen liegt. Gerade in der heutigen Zeit, in der die Anforderungen im Beruf mitunter enorm sind, ist das keine Seltenheit. Gepaart mit diversen Alltagssorgen wird daraus ein besorgniserregender Grübel-Kreislauf. Die Grübeleien über Wochen, Monate und Jahre können zu ernsthaften körperlichen Erkrankungen sowie zu Depressionen und Angststörungen führen.

Einschlafstörungen: Affengeschnatter nennen es manche Psychotherapeuten

Grübel-Attacken kreisen meistens um Fragen des eigenen Wirkens: Habe ich alles richtig gemacht? Oft sind sie pessimistisch geprägt. Das macht krank.

Affengeschnatter nennen es manche Psychotherapeuten. Affengeschnatter – es bringt nichts. Ja, es nervt sogar, denn der Betreffende kommt nicht weiter, sondern denkt immer wieder in den selben Schleifen. Und überhaupt: Nachts im Bett können wir ohnehin nichts tun. Weder das, was wir am Tag getan haben, ändern, noch den kommenden Tag vorwegnehmen.

Der wissenschaftliche Name des Affengeschnatters lautet übrigens Rumination.

Mit einfachen Regeln lassen sich die Denk-Schleifen durchbrechen:

1. Regel:Bereits am Vortag den nächsten Arbeitstag planen soweit das möglich und notwendig ist und vor dem zu-Bett-Gehen den vergangenen Tag gedanklich abschließen.

2. Regel: Sich immer wieder klar machen, dass mit Grübeln keine Probleme gelöst werden. Wer ein Problem lösen will, fragt immer nach dem Wie! Aber bitte tagsüber und nicht in der Nacht!

3. Regel: Sich in Achtsamkeit üben. Achtsamkeit bedeutet, im Augenblick zu sein, im Hier und Jetzt. Das macht ruhig und unterbricht den Grübel-Kreislauf. Mehrfach am Tag innehalten und die Sinne öffnen: Nur hören, sehen, riechen. All das bewusst wahrnehmen. Dieses Vorgehen auf den gesamten Alltag übertragen: Wenn ich esse, esse ich. Wenn ich lese, lese ich. Nichts anderes. Und wenn ich schlafe, schlafe ich.

4. Regel: Kommen dennoch Grübelgedanken vor dem Einschlafen, so stellen Sie sich Wolken vor, die am Himmel vorüberziehen. Setzen Sie die nervenden Gedanken auf die Wolken und sehen Sie zu, wie sie davon ziehen. Und Tschüss!

Sollten die Regeln nicht zum Erfolg führen, ist es evtl. ratsam, einen Psychotherapeuten aufzusuchen.

Buchtipp:Ruhe da oben!” (Amazon)
(Mehr zum Inhalt: Einfach Bild anklicken!)

Einschlafstörungen aufgrund von Grübel-Attacken?Kerstin WeberPsycheAchtsamkeit,Einschlafstörungen,RuminationSilke liegt wach im Bett. Sie kann nicht einschlafen. Wälzt sich hin und her. Wieder einmal. Dabei ist es schon nach Mitternacht und am Morgen muss sie fit sein, muss sie wieder funktionieren. Ohne genügend Schlaf wird das schwierig. Silke grübelt. Wie fast jede Nacht. „Habe ich heute alles richtig...