Es gibt mehr als 250 IGeLeistungen. Böse Zungen behaupten, die meisten dieser medizinischen Zusatzleistungen gibt es nur, damit Ärzte zu einem höheren Einkommen gelangen. Andere wiederum meinen, solche Leistungen, die von den Krankenkassen nicht übernommen werden und die deshalb die Patienten selbst zahlen müssen, machen Sinn.

Wenn Frauen einmal im Jahr zur  gynäkologischen Routine-Untersuchung gehen und dort einen Ultraschall der Eierstöcke zur Krebsfrüherkennung für 40 Euro vornehmen lassen, dann kann das durchaus sinnvoll sein, dennoch kann im Moment der Untersuchung alles in Ordnung sein und sich zwei Wochen später etwas verändern.

Das gilt auch für eine Ganzkörpertomografie zur Krebs-Früherkennung. Die kostet 450 Euro. Im Prinzip müssten solche Untersuchungen alle paar Wochen durchgeführt werden, um stets sagen zu können: Da ist nichts! Das kann sich aber kaum jemand leisten und es macht eben auch keinen Sinn.

IGeL mit und ohne Nutzen

„Eine medizinische Leistung ist dann sinnvoll, wenn sie notwendig ist und der Nutzen den Schaden überwiegt“, schreiben die Macher* der Internet-Seite „IGeL-Monitor“. Sie bewerten beispielsweise eine Lichttherapie bei saisonal depressiver Störung als „tendenziell positiv“, bei einer Biofeedback-Therapie gegen Migräne dagegen sehen sie keinen Nutzen.
Der oben erwähnte Ultraschall-Untersuchung beim Gynäkologen schreiben sie ebenfalls keinen großen Nutzen zu: „Mit Ultraschalluntersuchung sterben gleich viele Frauen an Eierstockkrebs wie ohne Untersuchung.“
Ausführliche Informationen sowie Bewertungen über und von IGeLeistungen finden Sie unter www.igel-monitor.de

„Wie kann man sich informieren? Woran erkennt man gute Informationen? Wie können zielführende Informationen stärkere Verbreitung finden? Welche Rechte haben Patientinnen und Patienten?“ Fragen dieser Art stehen heute beim  Kongress „Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) – welche Informationen brauchen Patienten?“ des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Berlin im Mittelpunkt.

* Team, das im Auftrag des Medizinischen Dienstes des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e.V. (MDS) IGeLeistungen bewertet.

Wie sinnvoll sind Individuelle Gesundheits-Leistungen (IGeL)?Kerstin WeberDies & DasIGeLEs gibt mehr als 250 IGeLeistungen. Böse Zungen behaupten, die meisten dieser medizinischen Zusatzleistungen gibt es nur, damit Ärzte zu einem höheren Einkommen gelangen. Andere wiederum meinen, solche Leistungen, die von den Krankenkassen nicht übernommen werden und die deshalb die Patienten selbst zahlen müssen, machen Sinn. Wenn Frauen einmal im...