Krebs entsteht durch die Entgleisung des Stoffwechsels. Tumorzellen wachsen, weil sie Zucker nicht so in Energie umwandeln können, wie normale Zellen, sie vergären den Zucker nur, statt ihn zu verbrennen. Das sagte Otto Heinrich Warburg im Jahre 1924. Seitdem wird diese Behauptung als Warburg-Hypothese bezeichnet.

Doch was ist dran an der Warburg-Hypothese? Warburg selbst gelang es nicht, seine Annahme zu beweisen. Und auch seine Nachfolger taten sich schwer damit. Erst vor wenigen Jahren gelang es Wissenschaftlern, die These Warburgs nachzuvollziehen.

Normale Zellen gewinnen Energie durch die Umwandlung von Zucker in Pyruvat (ein Zwischenprodukt), dieses wird unter Sauerstoffverbrauch weiter abgebaut. Fehlt der Sauerstoff, dann wird Pyruvat zu Milchsäure umgewandelt, auf diese Weise gewinnt die Zelle jedoch weniger Energie, d.h., sie muss mehr Zucker umwandeln, um mehr Energie zu gewinnen. Die Tumorzellen nehmen sich also allen Zucker, den sie bekommen können aus den gesunden Zellen.

Wird Zellatmung unterdrückt, können sich Krebszellen bilden

Durch Versuche fanden Wissenschaftler der Uni Jena heraus, dass die Zellatmung ein wichtiger Faktor bei der Entstehung von Krebs ist. Wird diese unterdrückt, können sich vermehrt Krebszellen bilden. Bringt man die Zellen nun zum Atmen, so verlangsamt sich das Wachstum der Tumorzellen. Die Jenaer Wissenschaftler um Professor Michael Ristow unternahmen die Versuche an Mäusen in zwei verschiedenen Studien in beiden Richtungen und konnten so auch den Umkehrschluss beweisen, indem sie das Wachstum von Tumorzellen beschleunigten.

Die Warburg-Hypothese konnte stark bei schwarzem Hautkrebs (Malignes Melanom), weniger stark bei Brust- und Prostata-Krebs nachgewiesen werden. Und auch das Wachstum von Hirntumoren wird in einem direkten Zusammenhang mit Stoffwechselstörungen gesehen.

Es können noch Jahre vergehen, bis klar wird, ob diese Behandlungen auf den Menschen übertragbar sind und dann noch einmal, bis es wirksame Medikamente gegen das schnelle Wachstum von Tumorzellen gibt.

Zellatmung - Wichtiger Faktor bei Entstehung von KrebsKerstin WeberKrebs -- MagazinKrebs,Warburg-Hypothese,Zellatmung,ZuckerKrebs entsteht durch die Entgleisung des Stoffwechsels. Tumorzellen wachsen, weil sie Zucker nicht so in Energie umwandeln können, wie normale Zellen, sie vergären den Zucker nur, statt ihn zu verbrennen. Das sagte Otto Heinrich Warburg im Jahre 1924. Seitdem wird diese Behauptung als Warburg-Hypothese bezeichnet. Doch was ist dran an...