Wenn Viren gegen Krebs erfolgreich eingesetzt werden können, weshalb dann nicht auch Bakterien. Wissenschaftler forschen schon geraume Zeit in dieser Richtung.

Ganz neu ist die Nachricht über Forscher aus den USA, denen es gelang, mit Hilfe der Bakterienkultur Listeria monocytogenes Metastasen zu bekämpfen. Das taten sie, indem sie die Bakterien mit radioaktiven Substanzen (Radioisotop 188 Rhenium / Halbwertzeit: 17 Stunden) bestückten, welche diese zu den Metastasen beförderten.

Gelungen ist diese Methode im Rahmen der Forschung an Mäusen mit Bauchspeicheldrüsenkrebs. Mehrere Tage hintereinander wurden die Mäuse mit der Substanz geimpft, nach einigen Tage Pause folgten weitere Injektionen. Nach drei Wochen stellten die Wissenschaftler fest, dass die Metastasen bei den Mäusen um bis zu 90% zurückgegangen waren. Dabei hatten die Bakterien lediglich die Tumorzellen angegriffen, so dass gesundes Gewebe verschont werden konnte.

Bakterien – Kann der Körper diese bekämpfen?

Auch wenn die Bakterien bei den Mäusen Gutes taten, indem sie die Tumorzellen bekämpften, sind sie dennoch Eindringlinge, die dem Organismus schaden können. Ist das nicht kontraproduktiv? Die Wissenschaftler entdeckten, dass das Immunsystem der Mäuse offenbar noch nicht so weit geschwächt war, als dass sie sich nicht mehr hätten wehren können. Die Bakterien wurden also durch das Immunsystem bekämpft, während die vom Krebs befallenen Zellen dies nicht vermochten.

Verfahren übertragbar auf den Menschen?

Wie bei allen neuen Forschungsergebnissen müssen auch hier weitere Versuche folgen. Mit höherer Dosis oder mit geringerer Dosis, evtl. auch gepaart mit anderen Krebsmedikamenten. Wenn Ethikkommissionen zu einem späteren Zeitpunkt ihr Ja-Wort geben, so können im Rahmen von Studien erste Tests an Menschen gemacht werden. Sollte dieses Vorgehen irgendwann auf den Menschen übertragen werden könnte, wäre das ein großer Fortschritt, denn gerade Bauchspeicheldrüsenkrebs ist eine besonders heimtückische Krebsart, die oft erst sehr spät erkannt wird, bei der jedoch bereits früh Metastasen gebildet werden. Außerdem würden die starken Nebenwirkungen einer herkömmlichen Krebstherapie (Chemotherapie, Bestrahlung) und damit die zusätzliche Belastung für den Organismus wegfallen.

Bakterien gegen Krebs-Metastasen eingesetztKerstin WeberForschungsergebnisseBakterien,Bauchspeicheldrüsenkrebs,Krebs,Listeria monocytogenesWenn Viren gegen Krebs erfolgreich eingesetzt werden können, weshalb dann nicht auch Bakterien. Wissenschaftler forschen schon geraume Zeit in dieser Richtung. Ganz neu ist die Nachricht über Forscher aus den USA, denen es gelang, mit Hilfe der Bakterienkultur Listeria monocytogenes Metastasen zu bekämpfen. Das taten sie, indem sie die Bakterien...