„Großhirn an Blutdruck: Steigen!“ heißt es im Text des Songs „Der menschliche Körperdes ostfriesischen Blödelbarden Otto. Zwar spielte der Verdauungstrakt in seinem Lied keine Rolle, doch genauso gut hätte es darin heißen können: „Großhirn an Magen: Zusammenziehen!“ oder „Großhirn an Darm: Verkrampfen!“

Die Verbindungen zwischen Gehirn und Verdauungstrakt sind tatsächlich existent. Permanent. Neben dem Gehirn besitzt unser Organismus eine zweite große Ansammlung an Nervenzellen – das enterische Nervensystem (ENS). Es findet sich zwischen Speiseröhre und Darm und umfasst mehr als 100 Millionen Nervenzellen.

Darm und Gehirn kommunizieren miteinander

Auf dieser Grundlage ist es möglich, dass unser Gehirn und unser Darm miteinander kommunizieren. Das geschieht mit Hilfe von Botenstoffen. Das enterische Nervensystem lässt sich vom Großhirn beeinflussen, ein Beispiel dafür ist z.B. die Aufregung vor einem Vorstellungsgespräch, die sich in Magenkrämpfe, Übelkeit oder sogar Durchfall äußert.

Aus den Erfahrungen, die über unser Gehirn auch in unserem enterischen Nervensystem gespeichert werden, entwickelt sich das, was wir als unser Bauchgefühl bezeichnen.

Wenig verwunderlich ist auf der Grundlage dieser Interaktion zwischen Gehirn und enterischem Nervensystem, dass unser Verdauungstrakt eine Art Eigenleben führen kann. Die Folge sind Beschwerden in diesem Bereich (Blähungen, Bauch- und Magenkrämpfe), denen keine organische Ursache zugrunde liegt.

In entsprechenden Untersuchungen wurde festgestellt, dass viele Patienten mit Magen-Darm-Störungen ohne organische Ursachen unter psychischen Problemen wie Stress, Ängsten, Überforderung und Depressionen leiden. Dazu kommt, dass die Betroffenen ein erhöhtes Schmerzempfinden im Darmbereich haben. Frauen sind von diesem interessanten Zusammenspiel häufiger betroffen als Männer.

Großhirn an Darm: Verkrampfen!Kerstin WeberDies & DasDarm,Depressionen,ENS,enterisches Nervensystem,Gehirn,Stress„Großhirn an Blutdruck: Steigen!“ heißt es im Text des Songs „Der menschliche Körper“des ostfriesischen Blödelbarden Otto. Zwar spielte der Verdauungstrakt in seinem Lied keine Rolle, doch genauso gut hätte es darin heißen können: „Großhirn an Magen: Zusammenziehen!“ oder „Großhirn an Darm: Verkrampfen!“ Die Verbindungen zwischen Gehirn und Verdauungstrakt sind tatsächlich...