nieren1Dass etwas zerstört werden muss, um eine Erkrankung heilen zu können, ist eine Vorgehensweise, die relativ ungewöhnlich ist. Patienten mit Bluthochdruck jedoch freuen sich über eine solche, können ihre Werte doch gesenkt werden. Ob auf Dauer, darüber lassen sich bislang keine gesicherten Aussagen machen, denn die Methode ist noch relativ neu.

Der Fachbegriff lautet renale Denervation. Nachdem diese zunächst an der Radiologischen Klinik des Universitätsklinikums Bonn als Behandlung angeboten wurde, haben sie inzwischen auch andere Kliniken übernommen, u.a. die Berliner Charite.

Die renale Denervation ist ein minimal-invasiver Eingriff in die Nieren. Ein Katheter wird in die Nierenarterie geschoben, um die sich an deren Außenwänden befindlichen so genannten sympathischen Nervenfasern zu kappen. Das geschieht mit Hilfe von Wärme.

Das sympathische Nervensystem verändert die Nierenfunktion, indem es die Ausscheidungsfunktion beeinträchtigt und hierdurch die Ausschüttung von blutdrucksteigernden Substanzen (Renin) auslöst. Durch die renale Denervation kann der Einfluss des Nervensystems auf die Nierenfunktion sowie die Ausschüttung blutdrucksteigernder Substanzen in den Nieren verhindert und somit letztendlich der Blutdruck gesenkt werden. Der Eingriff dauert zirka eine Stunde.

Bluthochdruck: Senkung durch renale Denervation in Studien gelungen

Im Rahmen von Studien wurden Bluthochdruck-Patienten bereits erfolgreich mit der renalen Denervation behandelt. Bei vielen konnte damit eine deutliche Senkung des systolischen Blutdruckwertes um zirka 25 bis 40 mmHg erreicht werden, die auch zwei Jahre später noch anhielt.

Ob sich die renale Denervation als einzige Heilmethode eignet oder eher als begleitende Therapie, wird sich erst noch heraus kristallisieren müssen, für diejenigen der Betroffenen, denen Medikamente nur unwesentlich helfen, ist sie auf jeden Fall von Vorteil.

Die Senkung des Bluthochdrucks ist für die Patienten von großer Bedeutung, da sie das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko minimieren kann.

In Deutschland leiden mehr als 30 Millionen Menschen unter erhöhtem Blutdruck. Das ist etwa jeder Dritte! Zu den Ursachen zählen neben Alkohol und Nikotin auch Übergewicht, ein zu hoher Salzkonsum, zu viel Stress sowie zu wenig Bewegung. Auch die Vererbung spielt eine wichtige Rolle.

Bluthochdruck – Durch Schädigung heilen mit renaler DenervationKerstin WeberHeilmethodenAlkohol,Bewegung,Blutdruck,Bluthochdruck,Herzinfarkt,Hypertonie,Nervensystem,Schlaganfall,Stress,ÜbergewichtDass etwas zerstört werden muss, um eine Erkrankung heilen zu können, ist eine Vorgehensweise, die relativ ungewöhnlich ist. Patienten mit Bluthochdruck jedoch freuen sich über eine solche, können ihre Werte doch gesenkt werden. Ob auf Dauer, darüber lassen sich bislang keine gesicherten Aussagen machen, denn die Methode ist noch...