Seit meinem letzten Bericht über die PIPAC-Studie (Druckchemotherapie gegen Bauchfellkrebs /Eierstockkrebs am Marienhospital Herne der Ruhr-Universität Bochum) vom 23. Mai wurden weitere 20 Frauen aufgenommen, so dass mittlerweile 48 von den insgesamt 50 geplanten Studienteilnehmerinnen behandelt worden sind. Somit konnten fast alle ausgewählten Patientinnen relativ schnell in die Studie integriert werden. (Beschreibung des Verfahrens: Hier!) Mit der Publizierung detaillierter Ergebnisse ist Mitte nächsten Jahres zu rechnen.

Am Marienhospital wurden auch außerhalb der Studie Patientinnen mit der Druckchemo-Therapie behandelt. Das Verfahren wurde bislang insgesamt 412 mal bei 200 Frauen durchgeführt. Von diesen Frauen litten 45 Prozent unter gynäkologischen Tumoren, 17 Prozent unter ösogastralen (Speiseröhre/Magen) Tumoren, 15 Prozent unter Kolonkarzinom (Darm) und der Rest u.a. unter Appendixkarzinom (Blinddarm) sowie Mesotheliom (Tumor u.a. in Brustfell, Herzbeutel oder Bauchfell).

Einigen der Patientinnen konnte mit der Therapie leider nicht mehr geholfen werden, sie verstarben in der Klinik, bei ihnen war der Krebs bereits zu weit fortgeschritten.

Die meisten Frauen vertrugen die Druckchemo sehr gut, in weniger als zehn Prozent der Fälle kam es zu Komplikationen.

Druckchemo: Längstes Überleben mehr als 720 Tage

Erfolgreich verlief auch das „Compassionate Use-Programm“ bei Eierstockkrebs. 18 Patientinnen mit rezidivierendem Eierstockkrebs wurden mit Druckchemo behandelt. 62 Prozent der Frauen überlebten die nächsten 400 Tage. „Acht Patientinnen hatten zwei oder mehr PIPAC, bei sechs wurde eine histologische Tumorregression beobachtet. Das längste Überleben beträgt heute 721 Tage (die Patientin lebt noch). Insgesamt haben diese Ergebnisse hohe Aufmerksamkeit erregt“, so Professor Marc Reymond, Abteilungsleiter Spezielle onkologische Chirurgie – Therapiezentrum Peritonealkarzinose am Marienhospital.

Bezüglich des Eierstockkrebses ist eine weitere Studie geplant und befindet sich derzeit im Genehmigungsverfahren. In dieser geht es vor allem um die Dosis bei der Druckchemo, die optimiert werden soll, um die bestmögliche Wirkung bei geringen Nebenwirkungen zu erzielen.

Studie zu PIPAC bei Magenkarzinomen bestätigt

Wie im letzten Artikel erwähnt, ist eine Studie PIPAC bei Magenkarzinomen geplant. Vor wenigen Wochen wurde diese von den entsprechenden Stellen bestätigt, so dass jetzt mit der Rekrutierung von Patienten (Frauen und Männer) begonnen werden kann. Laut Prof. Reymond haben sich bereits einige Patienten angemeldet.

Nach den guten Erfahrungen und den vielversprechenden Erfolgen in Herne zeigen sich auch andere Institutionen an der Druckchemo-Therapie-Methode interessiert. An der Uni Tübingen wird das Verfahren zurzeit im Forschungslabor angewendet, noch nicht jedoch an Patienten.

An der Universität Paris 5 läuft ein Genehmigungsverfahren (Ovarialkarzinom), ebenso an der Universität Paris 7 (Kolonkarzinom). Das Herzen Moscow Research Oncology Institute (das traditionsreichste Krebszentrum in Russland) hat im September mit PIPAC begonnen. (Magenkarzinom). „Weitere Zentren haben Interesse gemeldet“, so Professor Reymond.

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Druckchemo-Therapie: Lebenszeit von Krebspatientinnen deutlich verlängertKerstin WeberDruckchemoDruckchemo,Eierstockkrebs,Kolonkarzinom,Magenkarzinom,PIPAC,Prof. ReymondSeit meinem letzten Bericht über die PIPAC-Studie (Druckchemotherapie gegen Bauchfellkrebs /Eierstockkrebs am Marienhospital Herne der Ruhr-Universität Bochum) vom 23. Mai wurden weitere 20 Frauen aufgenommen, so dass mittlerweile 48 von den insgesamt 50 geplanten Studienteilnehmerinnen behandelt worden sind. Somit konnten fast alle ausgewählten Patientinnen relativ schnell in die Studie...