Vor 100 Jahren wurde Charles Robert Richet (1850 bis 1935) mit dem Medizinnobelpreis ausgezeichnet. Der französische Physiologe hatte elf Jahre zuvor in Laborversuchen mit Tieren eine interessante Entdeckung gemacht. Richet verabreichte seinen Versuchstieren – Hunden – mehrfach eine hohe Dosis Gift, im Versuch, diese dagegen zu immunisieren. Das misslang jedoch, denn bei einer weiteren Dosis starben die Tiere. Richet bezeichnete seine Entdeckung als „Anaphylaxie“. Für ihn bedeutete dies das Gegenteil von Immunität.

Diese Möglichkeit der Reaktion hatte Richet bis dahin nicht in Betracht gezogen. Seit dem Ereignis forschte er weiter, um die Hintergründe des anaphylaktischen Schocks zu verstehen. Seine Erkenntnisse veröffentlichte er im Jahre 1912.

Ein anaphylaktischer (allergischer) Schock ist eine extreme allergische Reaktion. Nach dem ersten Kontakt mit einer Substanz kann es beim nächsten Kontakt zu einer solchen Reaktion kommen. Bei dieser Reaktion werden große Mengen des Botenstoffs Histamin freigesetzt, die Blutgefäße erweitern sich, der Blutdruck fällt ab. Der anaphylaktische Schock kann sogar zum Tod führen.

Kerstin WeberJubiläenVor 100 Jahren wurde Charles Robert Richet (1850 bis 1935) mit dem Medizinnobelpreis ausgezeichnet. Der französische Physiologe hatte elf Jahre zuvor in Laborversuchen mit Tieren eine interessante Entdeckung gemacht. Richet verabreichte seinen Versuchstieren – Hunden – mehrfach eine hohe Dosis Gift, im Versuch, diese dagegen zu immunisieren. Das misslang...