Prof. Marc ReymondFür Mittwoch, den 8. Oktober, lädt das Marienhospital Herne (Ruhruniversität Bochum) zum ersten internationalen Symposium mit dem Thema „Pressurized IntraPeritoneal Aerosol Chemotherapy“, bekannt unter der Abkürzung PIPAC. Das Motto lautet „Cancer under pressure“ – „Krebs unter Druck“, was nicht nur im übetragenen, sondern aufgrund der medizinischen Vorgehensweise dieses Therapieansatzes auch im direkten Wortsinn zu verstehen ist.

Im Rahmen der PIPAC-Studie wurden innerhalb der letzten eineinhalb Jahre 250 Patientinnen mit der Druckchemo-Therapie behandelt. Die Resultate sind ermutigend. „PIPAC ist sicher und scheint einen klinischen Nutzen bei Frauen mit wiederkehrenden Platin-resistenten Eierstockkrebs zu haben. Die Lebensqualität wird unter der Therapie verbessert. Signifikante Nebenwirkungen wurden lediglich bei einer Minderheit der Patienten beobachtet“, heißt es im Einladungs-Flyer zum Symposium.

Aus einer Abteilung im Marienhospital entstand das Bauchfellzentrum Ruhr, ein interdisziplinäres Zentrum, das sich auf die Diagnose und Therapie der Peritonealkarzinose (Bauchfellkrebs) und der Pleurakarzinose konzentriert. Zweimal pro Woche treffen sich Spezialisten aus verschiedenen Fachdisziplinen des Marienhospitals zu Meetings, bei denen jeder Fall individuell besprochen wird.

Druckchemo/ PIPAC mit mehreren Therapie-Optionen

PIPAC wird ständig weiterentwickelt. Inzwischen stehen bei der Peritonealkarzinose mehrere Therapie-Optionen zur Verfügung. „Es handelt sich um moderne Formen der intravinösen und der intraperitonealen Chemotherapie, um Antikörpertherapien, um chirurgische Verfahren, um endoskopische Verfahren und um kombinierte Therapien wie die zytoreduktive Chirurgie mit Hyperthermen IntraPeritonealen Chemotherapie (HIPEC). Im Rahmen des Bauchfellzentrums Ruhr stehen alle diese Optionen zur Verfügung. Zusätzlich werden die Möglichkeiten und Grenzen der Intraperitonealen Druck-Aerosolchoemotherapie (Pressurized IntraPeritoneal Aerosol Chemotherapy, PIPAC) im Rahmen von klinischen Studien evaluiert. Diese Studien werden unter Aufsicht der Ethikkommission der Ruhr-Universität Bochum und der Bundesoberbehörde (BfArm) durchgeführt“.
Das Team um Prof. Marc Reymond (Onkologische Chirurgie) wurde für seine Forschungstätigkeit bereits mit zwei Innovationspreisen ausgezeichnet.

Symposium und Workshop

Vor dem Symposium wird am 6. und 7. Oktober ein zweitägiger Workshop veranstaltet, der ausführliche Informationen zum Thema PIPAC bietet. 

Das PIPAC-Symposium beginnt am Mittwoch, dem 8. Oktober, um 9 Uhr mit einer Begrüßung durch Prof. Dr. Jürgen Zieren (Direktor Chirurgische Klinik). Im Anschluss erleben die Teilnehmer das Druckchemo-Verfahren live im Rahmen einer Übertragung aus dem Operationssaal. Der Vormittag steht im Zeichen von Kurzvorträgen zu HIPEC und PIPAC. Nach der Mittagspause informieren Prof. Marc Reymond über Arbeitsschutz und Sicherheit bei PIPAC und Prof. Clemens Tempfer über die Lebensqualität der behandelten Patientinnen.
Die Gastgeber Prof. Marc A. Reymond, Prof. Clemens Tempfer (Direktor Frauenklinik), Prof. Jürgen Zieren und Prof. Dirk Strumberg (Direktor der Hämatologie/Onkologie) des Marienhospitals Herne hoffen, dass dieses Symposium die Schaffung einer internationalen Forschungsgemeinschaft erleichtert. Weltweit beginnen jetzt 26 Zentren mit PIPAC.

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PIPAC - "Krebs unter Druck": Erstes Symposium in HerneKerstin WeberDruckchemoBauchfellkrebs,Chemotherapie,Druckchemo,Krebs,PIPACFür Mittwoch, den 8. Oktober, lädt das Marienhospital Herne (Ruhruniversität Bochum) zum ersten internationalen Symposium mit dem Thema 'Pressurized IntraPeritoneal Aerosol Chemotherapy', bekannt unter der Abkürzung PIPAC. Das Motto lautet 'Cancer under pressure' – 'Krebs unter Druck', was nicht nur im übetragenen, sondern aufgrund der medizinischen Vorgehensweise dieses Therapieansatzes auch...