Herz neu neuMartina hat das in letzter Zeit öfter. Dieses merkwürdige Poltern in der Herzgegend. Es fühlt sich so an, als ob ein großer Batzen Schlacke durch einen kleinen Durchlass gedrückt wird. Ihr Herz scheint dabei einen Sprung zu machen.
Beim ersten Mal hatte Martina einen Schreck bekommen und ihrem Arzt davon erzählt. Ein EKG ergab jedoch nichts. Vorerst beruhigt, verfolgte sie das Thema nicht weiter, doch es geschah immer wieder.
Herzstolpern nennen es die Ärzte oder: Extrasystolen. Es ist eine Art der Herzrhythmusstörung, die ihre Ursache im Herzen selbst als auch außerhalb desselben finden kann. Während bei einer Herzkrankheit die Ursache in Form einer konkreten Therapie (Stent, Medikamente, OP) behoben werden kann, lässt sich den anderen Ursachen mitunter nicht so leicht beikommen. Denn dazu zählen u.a. Stress und Übermüdung, aber auch starke Gemütsbewegungen (Wut, Glücksempfinden).

Weitere Ursachen können Magnesium– oder Kaliummangel sein. Auch zu viel Koffein, Alkohol und Nikotin können zu Herzstolpern führen. Und schließlich wird bestimmten Medikamenten, wie beispielsweise Antidepressiva diese Wirkung nachgesagt.

Des Weiteren sind Menschen mit Schilddrüsenerkrankungen anfällig für diese Art der Herzrhythmusstörung. Frauen in den Wechseljahren können durch die Hormonumstellung ebenfalls betroffen sein.

Herzstolpern – Extraschläge außerhalb der normalen Herzfrequenz

Martina hatte für sich schnell die zutreffende Ursache gefunden: Stress. Aber konnte sie deshalb einen möglichen Herzfehler ausschließen. Zumal sie das zeitliche Auftreten der Herzstolperer irritierte: Die kamen nicht etwa während der Stress-Situation selbst, sondern in den Ruhephasen. Aber genau das hört man ja auch von Herzinfarkten.

Schon glaubte sie, dass sie nie wirklich erfahren würde, wie das Ganze in ihrem Herzen nun zusammenhängt, da kam der berühmte Zufall ins Spiel. Auf Grund einer Vergiftung kam Martina eines Abends in die Notaufnahme des Krankenhauses. Das EKG ergab Unregelmäßigkeiten, die weiter verfolgt werden sollen, wie ihr die Ärztin mit auf den Weg gab. Zwei Tage später ließ Martina von ihrem Hausarzt ein weiteres EKG machen. Mit dem gleichen Ergebnis: Unspezifische Unregelmäßigkeiten. Der Hausarzt riet zum Ultraschall des Herzens sowie zu einem Langzeit-EKG.
Der Ultraschall zeigte keine Auffälligkeiten, alle Herzkammern in Ordnung, alle Herzklappen in Ordnung, keine Verengungen, keine Probleme. Von organischer Seite war also alles so, wie es sein soll. Martina war froh.

Ähnlich  war auch das Ergebnis des Langzeit-EKGs. Es gab nur wenige Abweichungen, keine größeren Auffälligkeiten.In einem Zeitraum von 23 Stunden wurden lediglich 85 VES und 76 SVES registriert, nichts weiter.

„Was auch immer VES und SVES sind“, dachte Martina, „85 und 76 klingt recht viel“. Doch dann sah sie, dass hinter den Angaben in Klammern stand: „<1“und das klingt nicht sonderlich dramatisch.

Ihre Recherche ergab: Extrasystole werden definiert als Herzschläge, die außerhalb der normalen Herzfrequenz  auftreten.  Das passiert häufiger als man denkt und vor allem auch bei gesunden Menschen. Mitunter bemerken wir die Extraschläge nicht einmal (SVES), wenn doch, dann als das Herzstolpern (VES).

Herzstolpern – Ventrikuläre und supraventrikuläre Extrasystolen

Unterschieden werden also: VES = Ventrikuläre Extrasystolen und SVES = Supraventrikuläre Extrasystolen

Welche der beiden auftreten, hängt mit dem Ort des Entstehens zusammen, VES entsteht in der Herzkammer, SVES im Herzvorhof.

Hat das Herzstolpern negative Begleiterscheinungen wie Atemnot, Schwindel oder Schmerzen in der Brust, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Martina ist jetzt erst einmal beruhigter, 85 VES und 76 SVES in 23 Stunden erscheinen ihr, nach allem, was sie gelesen hat, nicht weiter dramatisch. Empfohlen wird die Untersuchung vom Arzt bei einem Aufkommen von mehr als 30 Extrasystolen in der Stunde. Davon ist Martina zum Glück weit entfernt.

Dennoch hat sie sich vorgenommen, den Stress zu reduzieren. Gegen den Stress von außen ist man oft machtlos, gegen den von innen nicht, da lässt sich einiges tun, z.B. sich ganz einfach nicht stressen lassen, alles ein wenig ruhiger anzugehen und vielleicht auch mal wieder zu meditieren…

Kerstin WeberHerzEKG,Extrasystolen,Herz,Herzstolpern,Stress,Supraventrikuläre Extrasystolen,SVES,Übermüdung,vegetatives Nervensystem,Ventrikuläre Extrasystolen,VESMartina hat das in letzter Zeit öfter. Dieses merkwürdige Poltern in der Herzgegend. Es fühlt sich so an, als ob ein großer Batzen Schlacke durch einen kleinen Durchlass gedrückt wird. Ihr Herz scheint dabei einen Sprung zu machen. Beim ersten Mal hatte Martina einen Schreck bekommen und ihrem Arzt davon...