dindia fotoDindia war noch nicht einmal geboren, da mussten die Eltern einen gewaltigen Schock verdauen: Ihr Kind hatte gerade – drei Monate vor der Geburt – einen Schlaganfall erlitten. Die Folge war eine als Hemiparese bezeichnete halbseitige Lähmung.
Mutter Anna Gutmann/Vonnemann musste sich in den Jahren nach der Geburt ihrer Tochter nicht nur mit dieser Krankheit auseinandersetzen, sondern auch mit deren Folgen, d.h., einem Verschleiß der Gelenke, was zu Schmerzen und Spastik führt.
Dindia, die Laufen gelernt hatte, fiel dieses nun immer schwerer. Als sie elf Jahre alt war, drohte ihr der Rollstuhl. Das war nicht nur für das heranwachsende Mädchen, sondern auch für die Mutter ein furchtbarer Gedanke. Doch beide wollten sich nicht einfach in dieses Schicksal ergeben.

„Mama, die Welt wackelt ja gar nicht mehr!“

Anna Gutmann/Vonnemann, die als Biologin die physische Funktionsweise des menschlichen Körpers kennt, erarbeitete einfache Körperübungen für ihre Tochter. Sie übten das Laufen, wobei die Mutter genau auf die Körperhaltung der Tochter achtete. War diese falsch, wurde sie durch Zurufe der Mutter korrigiert. So entstand die Idee, sich eines Hilfsgerätes zu bedienen, welches die „Zurufe“ übernimmt.
Obwohl sie über keinerlei technische Kenntnisse verfügte, baute Anna Gutmann/Vonnemann im Jahre 2005 selbständig ein Gerät für ihre Tochter. Ein Gerät, das bei „falscher“ Körperhaltung ein Signal sendet und zwar so lange, bis die richtige Haltung wieder eingenommen ist. Der Erfolg war für Dindia sofort spürbar, sie rief voller Freude: „Mama, die Welt wackelt ja gar nicht mehr!“

Seitdem wurde das Biofeedbackgerät – jetzt mit professioneller Hilfe – ständig weiterentwickelt. Es folgten klinische Tests und das Gerät erhielt einen Namen: Remember Motion Device (ReMoD).

Und so lautet auch der Name des Teams, das sich als StartUp in Berlin ansiedelte. Die innovative Geschäftsidee sollte auch anderen Menschen zugutekommen, so der Grundgedanke.

Das Gerät hilft nicht nur Menschen, die unter einer Hemiparese leiden, sondern kann ferner bei Skoliose- und Osteoporose-Patienten sowie bei Menschen mit Haltungsschäden erfolgreich zum Einsatz kommen.

Das Biofeedbackgerät existiert mittlerweile in der vierten Generation und so funktioniert es: „Das Gerät misst über Sensoren die Bewegungen des Körpers. Die Messwerte werden in einem kleinen Computer ausgewertet und weitergeleitet an einen Signalgeber. Fehlhaltungen werden dem Patienten in Echtzeit per elektrischem Impuls angezeigt, woraus eine reflexartige Korrektur der Haltung resultiert. Damit ergänzt ReMoD die gestörte Kommunikation zwischen Gehirn und Bewegungsapparat.
ReMoD kann wahlweise Oberkörper, Hüfte, Wirbelsäule oder Beine überwachen. Die einzelnen Gerätekomponenten sind in einer kleinen Weste eingearbeitet. Das Gerät ist klein, tragbar und im Alltag zu verwenden.“ (Quelle: www.hemiparese-therapie.de)

In Kürze will ReMoD eine Crowdfunding-Kampagne starten, um die finanziellen Mittel für die medizinische Zulassung zu sammeln. Gesundheits-Zeit wird darüber berichten.

Kerstin WeberHeilmethodenCrowdfunding,Haltungsschäden,Hemiparese,Osteoporose,ReMoD,Schlaganfall,SkolioseDindia war noch nicht einmal geboren, da mussten die Eltern einen gewaltigen Schock verdauen: Ihr Kind hatte gerade – drei Monate vor der Geburt – einen Schlaganfall erlitten. Die Folge war eine als Hemiparese bezeichnete halbseitige Lähmung. Mutter Anna Gutmann/Vonnemann musste sich in den Jahren nach der Geburt ihrer Tochter...