max-mustermann-lieschen-mueller-zoomAls Kind und auch später als junger Erwachsener dachte ich, es sei völlig normal, Buchstaben und Zahlen farbig zu sehen. Bis ich dann einmal in der Unterhaltung mit einem „Schwarz-Weiß-Seher“ merkte: Ups, das ist ja bei ihm ganz anders. Daraufhin befragte ich weiter Menschen nach ihrer (Farb-)Sicht der Dinge. Und tatsächlich konnte dieses Phänomen, das es mittlerweile für mich geworden war, niemand mit mir teilen. Was tut man in einem solchen Fall? Im www recherchieren!

Bei wikipedia lesen wir beispielsweise folgendes: „Die Synästhesie […] bezeichnet hauptsächlich die Kopplung zweier oder mehrerer physisch getrennter Bereiche der Wahrnehmung. Darunter fallen Farbe und Temperatur […], Ton, Musik und Räumlichkeit, im engeren Sinne die Wahrnehmung von Sinnesreizen durch Miterregung der Verarbeitungszentren im Gehirn eines Sinnesorgans, wenn ein anderes gereizt wird.“

Diese Querverbindungen der etwas anderen Art sind angeboren, bei den meisten Menschen vernetzen sich die neuronalen Nervenverbindungen innerhalb der ersten Lebensmonate wieder anders, bei manchen Menschen (in der Mehrzahl bei Frauen) bleiben sie bestehen. Das sind dann die Synästhetiker. Es gibt übrigens unter 25.000 Menschen nur einen Synästhetiker. Und diese wunderbare „Macke“ ist vererbbar.

Töne schmecken und Buchstaben farbig sehen

Manche Synästhetiker schmecken oder riechen Töne. Andere sehen bei Klängen Farben oder Formen. Wieder andere sehen Wochentage als Formen, wie z.B. den Dienstag als Rechteck, oder die Woche als grafische Darstellung. Nicht selten sind oder waren Dichter, Komponisten, Musiker und Maler Synästhetiker. Oder ist es eher anders herum: Weil sie Synästhetiker sind/waren, sind sie kreative Köpfe geworden? Interessante Frage…

Ich sehe in Buchstaben und Zahlen Farben. Nicht in allen Buchstaben und nicht in allen Zahlen. Aber immerhin noch genug, um meine Welt bunter und interessanter zu machen. Die Farben, die ich sehe, waren von Anfang an da und sie ändern sich auch nicht. Außerdem sehe ich die Wochentage/Woche als grafischen Komplex und je nach Füllung mit Terminen mit bestimmten Rechtecken versehen.

Die Geburtsstunde des Synästhetischen Mandalas

Vor einiger Zeit kam ich beim Herumexperimentieren mit meinen Farben auf eine interessante kreative Art der Darstellung meiner synästhetischen Wahrnehmungen. Am Ende des Prozesses entstand Das synästhetische Mandala, eines davon sehen Sie oben im Bild.

Auf meiner Website www.synaesthetische-mandalas.de finden Sie weitere. Ich erstelle diese z.B. anhand der Namen und Geburtsdaten von Menschen, die die Erstellung eines synästhetischen Mandalas bei mir in Auftrag geben. So erhält derjenige sein ganz individuelles synästhetisches Mandala. Außerdem können sich Paare mit oder ohne Kennlerndatum verewigen lassen. Auch erstelle ich synästhetische Mandalas aus Kurztexten (bis 50 Worte), Gedichten oder Sprüchen. Und schließlich gibt es das „Happy-birthday“-Mandala und das „I-love-you“-Mandala, beide übrigens auch in deutscher Sprache.

Bild oben: Das synästhetische Mandala von Max Mustermann und Lieschen Müller ohne Datum.

Mehr synästhetische Mandalas finden Sie auf meiner Website: www.synaesthetische-mandalas.de

Buchtipp: „Welche Farbe hat der Montag? Synästhesie: Das Leben mit verknüpften Sinnen“
(Mehr zum Inhalt: Einfach Bild anklicken!)

Kerstin WeberDies & DasFarben,Synästhesie,Synästhetiker,synästhetische Mandalas,WahrnehmungAls Kind und auch später als junger Erwachsener dachte ich, es sei völlig normal, Buchstaben und Zahlen farbig zu sehen. Bis ich dann einmal in der Unterhaltung mit einem „Schwarz-Weiß-Seher“ merkte: Ups, das ist ja bei ihm ganz anders. Daraufhin befragte ich weiter Menschen nach ihrer (Farb-)Sicht der Dinge....