Entengrütze1Der neue Sonntagsbraten stammt nicht mehr von Schwein oder Rind, sondern von ehemals krabbelndem Insektengetier. Das ist nichts Neues. Das ist in Teilen Asiens längst Normalität. Ungeachtet dessen, dass diese kulinarischen Spezialitäten hierzulande noch mit Skepsis betrachtet werden, geht die Suche nach geeigneten alternativen Nahrungs-Quellen für die Zukunft weiter. Eine neue heißt „Entengrütze“.

Das klingt zunächst nach bestimmten „Nachlassenschaften“ von Enten, ist aber etwas völlig anderes. „Entengrütze“ ist eine Pflanze: Die Wasserlinse der Art Wolffia globosa. Die Bedeutung dieser wurzellosen Pflanze wurde keineswegs erst jetzt entdeckt, sondern bereits vor mehr als 200 Jahren, als der deutsche Arzt und Botaniker Johann Friedrich Wolff (1778 bis 1806) über die Wasserpflanze promovierte. Nach ihm erhielt sie auch Ihren lateinischen Namen.

Wasserlinsen so gut wie Erbsen und Raps

Wissenschaftler von der Universität Jena nahmen die „Entengrütze“ nun genauer unter die Lupe und entdeckten erstaunliches: Die Pflanze ist ein guter Proteinspender. Professor Gerhard Jahreis, Ernährungswissenschaftler der Uni Jena, stellt Wasserlinsen bezüglich des Proteingehaltes auf eine Stufe mit Erbsen und Raps, in der Trockenmasse liege dieser bei 30 Prozent. Und mehr noch: Die Wasserpflanzen enthalten Omega-3-Fettsäuren, wie beispielsweise die alpha-Linolensäure und sie kann in Wasser gelöste Spurenelemente aufnehmen.

Bisher wurde die eiweißhaltige Pflanze lediglich geerntet, der Mensch könnte nun jedoch bei der Vermehrung, die ohnehin rasch vor sich geht, etwas nachhelfen. Große Anbauflächen werden dafür nicht benötigt, es würde genügen. bestimmte Wasserbereiche dafür abzusondern. Damit wäre die Anzucht der Wasserpflanzen ökologisch günstig. In den Niederlanden und Israel wird dies im Versuchs-Status bereits praktiziert.
Im Übrigen sind auch hier die Asiaten wieder einmal Vorreiter. Neben den eingangs erwähnten Insekten ist die Wasserlinsenart Wolffia globosa eine ganz normale Zutat von Suppen oder Gemüsebeilagen.

Die Wolffia globosa sind winzig, nur zwischen 0,7 und 1,5 Millimeter groß und kuglig. Der eine oder andere von Ihnen hat die Wasserpflanzen vielleicht selbst schon in Augenschein nehmen können auf Teichen, auf denen die Wasseroberfläche völlig grün war. Im Prinzip hätten sie die „Entengrütze“ dann einfach nur abschöpfen und als eiweißhaltige Mahlzeit verarbeitet zu sich nehmen können…

Kerstin WeberErnährungEiweiß,Ernährung,Protein,WasserlinsenDer neue Sonntagsbraten stammt nicht mehr von Schwein oder Rind, sondern von ehemals krabbelndem Insektengetier. Das ist nichts Neues. Das ist in Teilen Asiens längst Normalität. Ungeachtet dessen, dass diese kulinarischen Spezialitäten hierzulande noch mit Skepsis betrachtet werden, geht die Suche nach geeigneten alternativen Nahrungs-Quellen für die Zukunft weiter....