Bei vielen Menschen, die unter einer Depression leiden, helfen Medikamente nicht. Wird dies erkannt, verstärkt sich die ohnehin schon vorhandene Hoffnungslosigkeit umso mehr, denn es stellt sich die Frage: Was kann nun noch helfen?

Forscher des Universitätsklinikums Freiburg haben jetzt eine mögliche Antwort gefunden. Im Rahmen einer Studie fanden sie heraus, dass die mit einer tiefen Hirnstimulation Depressionen über einen längeren Zeitraum gelindert und teilweise sogar beseitigt werden können.

Verbesserung schon nach wenigen Wochen

Die Methode selbst ist gar nicht so neu, sie wird seit den 1980er Jahren bei Patienten mit Parkinson eingesetzt. Neu ist die Anwendung bei depressiven Menschen. Acht Patienten, die zwischen drei und elf Jahren unter einer Depression litten und bei denen keine andere Therapie (Antidepressiva, Psychotherapie, Elektrokrampftherapie) half, wurden bei dieser Studie mit elektrischen Reizen behandelt.

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„Die Ärzte implantierten hauchdünne Elektroden und stimulierten einen Hirnbereich, der an der Wahrnehmung von Freude beteiligt und damit auch für Motivation und Lebensqualität von Bedeutung ist“ heißt es auf der Internetseite der Uniklinik Freiburg. Schon nach wenigen Wochen konnte eine Verbesserung festgestellt werden.

Folgestudie mit 50 Depressiven

Die Ergebnisse nach vier Jahren zeigten, dass sich bei sieben von acht der Studienteilnehmer die Symptome der Depression deutlich verringerten. Nebenwirkungen wie verschwommenes Sehen oder Wahrnehmen von Doppelbildern konnte durch eine entsprechende Simulationsanpassung behoben werden.

In einer Folgestudie sollen nun über fünf Jahre weitere 50 depressive Patienten mit dieser Methode der tiefen Hirnstimulation behandelt werden.

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Elektrische Reize gegen DepressionenKerstin WeberDepressionenDepressionen,elektrische Reize,Studie,tiefe HirnstimulationBei vielen Menschen, die unter einer Depression leiden, helfen Medikamente nicht. Wird dies erkannt, verstärkt sich die ohnehin schon vorhandene Hoffnungslosigkeit umso mehr, denn es stellt sich die Frage: Was kann nun noch helfen? Forscher des Universitätsklinikums Freiburg haben jetzt eine mögliche Antwort gefunden. Im Rahmen einer Studie fanden sie...